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Beitrag aus Blickpunkt Archiv eNewsletter 9/2011 vom 08.09.2011
Mannheimer Ratsprotokolle in einer neuen Heimat
Wertvolle Amtsbücher bestandserhaltend archiviert
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Zu den zentralen Beständen
des Stadtarchivs Mannheim – Institut für Stadtgeschichte
gehören die Amtsbuch-serien. Anders als die Akten des 18.
und 19. Jahrhunderts wurden diese im Zweiten Weltkrieg ausgelagert
und konnten somit unbeschadet das Kriegsgeschehen überstehen.
Die wichtigste Serie der 1606/07 gegründeten Stadt Mannheim
stellen hierbei die Ratsprotokolle dar, die bis ins Jahr 1661
zurückgehen. Sie sind die zentrale Quelle für die
Erforschung der Stadtgeschichte im 17. und 18. Jahrhundert.
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Ergänzt
werden sie durch weitere historisch bedeutsame Amtsbuchserien
wie die Mannheimer Pfandbücher, die Protokolle der ehemaligen
Vorortgemeinden, das Gesinderegister sowie Rechnungsbände
des Katholischen Bürgerhospitals. Die Buchserien waren
bislang in verschiedenen Magazinen untergebracht, teils in
freier Aufstellung, zum Teil aber auch in Stahlschränken, die in den 1970er Jahren angeschafft wurden.
Eine Magazinerweiterung im Jahr 2010 ermöglichte eine Neu-aufstellung
und Verlagerung der Amtsbücher. Damit bot sich eine Möglichkeit,
die Unterlagen in diesem Zuge fachgerecht in Archivboxen zu verpacken.
Ziel war es, sie besser vor Staub, Wasser und anderen exogenen
wie endogenen Gefahren zu schützen.
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Wie kann nun dies fachgerecht,
mit möglichst wenig Personaleinsatz und unter Einhaltung
des Sachmittelbudgets umgesetzt werden? Von Anfang an stand
fest, dass die stehende Lagerung der Bücher beibehalten
werden soll. Hinsichtlich der Verpackung schlugen angefragte
Hersteller ausschließlich normierte Stehkartons für
jedes einzelne Amtsbuch vor. Eine Umsetzung dieses Vorschlags
hätte jedoch bedeutet, dass nur ein Teil der in ihren Größenmaßen
sehr heterogenen Bücher in diese Kartons hätte verpackt
werden können, während für den Rest die Anschaffung
von Sonderanfertigungen notwendig gewesen wäre. Denn ein
Großteil der Ratsprotokolle hat eine Breite von über
15 cm, teilweise gar bis zu 25 cm. Auch wäre das Umpacken
jedes einzelnen Buches in einen Karton sehr viel aufwendiger
und teuer gekommen – nicht nur hinsichtlich des Materials,
sondern auch des Personaleinsatzes.
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Die Lösung kommt einem Paradigmenwechsel
gleich: Gemeinsam mit der Firma Riehm (REGIS-Vertretung Baden)
wurden großformatige Archivboxen entworfen, die nicht
mehr einzelnen Buchtypen, sondern nunmehr den Archivregalen
angepasst sind. So sollte jeder Regalboden genau vier stehende
Archivboxen aufnehmen, deren Maße sich aus einer einfachen
Rechnung ergaben: Bei einer lichten Fachbodenbreite von 1,07
m sollten die Archivboxen Maße von 26 cm Breite * 42 cm
Höhe * 35 cm Tiefe ausweisen.
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Wie bei einem Schrank wurden die
Frontklappen seitlich angebracht, so dass die Boxen über
ein Griffloch sehr einfach zu öffnen sind. Selbstverständlich
hatte das verwendete Material die Vorgaben nach DIN ISO 9706
zu erfüllen. Nach Abnahme eines Musterexemplars wurden
mehrere hundert Kartons in Auftrag gegeben.
Im Frühjahr 2011 wurden die Archivboxen geliefert, im
Juni mit dem Umpacken begonnen. Erste Objekte waren die angesprochenen
Ratsprotokolle, die damit ihre alte Heimat in den Stahlschränken
verließen. Die Umbettung gestaltete sich problemlos, auch
wenn so manches Exemplar mit über 15 kg Gewicht doch für
Schweißperlen sorgte. Anstatt jedes Buch zeitintensiv
einzeln einzukartonieren, konnten die Bücher zügig
und im Block verlagert werden. Die Kartons wurden etikettiert,
so dass klar ersichtlich ist, was sich nun wo befindet. |
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Darüber hinaus wird hier auch
festgehalten, ob die Bände bereits digitalisiert sind.
Der Zugriff durch den Magazindienst wird dadurch erleichtert.
Nicht verschwiegen werden soll dabei, dass aufgrund der unterschiedlichen
Dicke der Bände zuweilen zwangsweise kleinere Leerräume
in den Kartons gelassen werden mussten. In jedem Fall: Die Aktion hat sich in vollem Maße gelohnt.
Dank der neu entwickelten Kartons haben die wertvollen Amtsbücher
eine neue, bestandserhaltende Heimat gefunden.
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Beitrag: Herr Dr. Harald Stockert,
Stadtarchiv Mannheim
Bilder: Herr Dr. Andreas Schenk, Stadtarchiv Mannheim
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